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Hier ist die schöne Geschichte von Johannes, der vor Freude im Mutterleibe hüpft. Johannes freut sich schon im Mutterleib über Jesus, den Maria in ihrem Leibe trägt, sind sie doch des gleichen Geistes Kinder.

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Lk 1,39 Nach einigen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa.

40 Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet.

41 Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt

42 und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.

43 Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?

44 In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib.

45 Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.

46 Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn, / 47 und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

48 Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. / Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.

49 Denn der Mächtige hat Großes an mir getan / und sein Name ist heilig.

50 Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht / über alle, die ihn fürchten.

51 Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: / Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

52 er stürzt die Mächtigen vom Thron / und erhöht die Niedrigen.

53 Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben / und lässt die Reichen leer ausgehen.

54 Er nimmt sich seines Knechtes Israel an / und denkt an sein Erbarmen,

55 das er unsern Vätern verheißen hat, / Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

56 Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück.

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Heute schon gehüpft?

Mein Elternhaus steht in unmittelbarer Nähe eines „beschrankten Bahnübergangs“ in ländlicher Gegend. Mit dem hellen, glockenähnlichen Klang beim Heruntergehen der rot-weißen Balken und dem Rasseln der dünnen Eisenstäbe knapp über dem Boden bin ich groß geworden. Solche Schienenübergänge sind mittlerweile selten geworden. Aber seit kurzem stehe ich mit meinem Fahrrad fast jeden Tag mitten in der großen Stadt an solch einem Bahnübergang. Mit mir warten dann meistens andere Radfahrer, auch Fußgänger und Autos und je nach Tageszeit auch Kinderwagen, Rollstühle, Skater, Rollatoren.

Jedes Mal kann ich mich entscheiden, ob ich vor der rot-weißen Barriere warte oder ob ich den kleinen Umweg durch den engen, ziemlich dunklen Fußgängertunnel wähle. Bleibe ich oben, kann ich mich entscheiden, ob ich mich ärgere, weil ich wieder einmal ein bis drei Bummelzüge an mir vorbeiziehen lassen muss. Oder ob ich Gelassenheit übe, bewusst die Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht und den Boden unter den Füßen wahrnehme, vielleicht Leute beobachte, ein Plakat lese oder über den Sinn des Wartens nachdenke. Aber wenn ich ehrlich bin, bin ich doch jedes Mal ein bisschen ärgerlich und ungeduldig. Freie Fahrt ist einfach effektiver, oder?

Heute hat mich die kleine Anne eines Besseren belehrt. Sie stand an der Hand ihrer Mutter in ihrem pinkfarbenen Kleidchen und mit blonden Locken neben mir vor der geschlossenen Schranke. Während ich etwas gelangweilt auf meinem Fahrradlenker herum trommelte, stand Anne voller Spannung da, schaute abwechselnd nach rechts und nach links, neugierig, erwartungsvoll: von welcher Seite kommt der Zug diesmal, welche Farbe wird er haben? Und als der erste, ein leuchtend roter, endlich an uns vorbei rauschte, hüpfte das Kind auf und ab und quiekste vor Begeisterung. Genauso bei der Durchfahrt des zweiten Zuges, ein blauer aus der Gegenrichtung: Springen, Jauchzen, in die Hände klatschen. Auch den dritten und letzten Bummelzug, ein grün-gelber, der meine Geduld bereits ziemlich strapazierte, begrüßte Anne mit ihrem fröhlichen Juchzen und ihren Luftsprüngen in den kleinen Schühchen.

„Werden wie die Kinder“ (Matthäus-Evangelium 18,3) fiel mir als Satzfetzen aus der Bibel ein. Wo trauen wir Erwachsenen uns, so spontan und unbedarft Freude und Begeisterung zu zeigen? Anne erinnerte mich auch an das Erste Testament der Bibel, wo so oft vom Springen, Tanzen und Hüpfen, vom Jubeln, Klatschen und Jauchzen die Rede ist, z.B. in den Psalmen oder im Hohelied. „Er [der Geliebte] springt über die Berge, hüpft über die Hügel“ (Hld 2,8). Das schönste Bild aber, auf das Anne mich gestoßen hat, findet sich im 1. Kapitel des Lukas-Evangeliums (Vers 44), wo die schwangere Elisabeth zu ihrer Verwandten sagt: „In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib.“ – Leben, noch nicht einmal geboren, äußert spontan Freude und Entzücken! Eine künstlerische Darstellung dazu findet sich z.B. hier.

Nun, ich muss morgen vor der Bahnschranke keine Freudensprünge machen, das überlasse ich Anne. Aber vielleicht können mich manche Schranken und Beschränkungen in meinem Alltag zu neuer Aufmerksamkeit und Kreativität führen. Vielleicht könnte ich auch symbolisch (und ganz praktisch!) einmal wieder mein Spring-Seil hervorholen, das Körper und Seele gut täte. Faszinierend finde ich Kinder – und Erwachsene – die jetzt in der Sommerzeit draußen auf Trampolinen springen und teilweise sogar richtige Kunststücke vollführen. Hüpfen und Springen kann übrigens auch über-springen, wie bei der Begegnung der beiden Kusinen im Evangelium. Nach der Begrüßung sprudelt es aus Maria heraus, und wir hören ihr berühmtes „Magnifikat“, das Millionen Christen weltweit täglich beten (Verse 46 – 55).

Eigentlich ist es doch ganz gut, dass es (Bahn-)Schranken gibt. Sie schützen vor dem pausenlosen Immer-schneller und zwingen zum Anhalten, manchmal zum Aushalten. „Halt an, wo läufst du hin? Der Himmel ist in dir. Suchst du ihn anderswo, du fehlst ihn für und für“ (Angelus Silesius, dt. Lyriker, 17. Jh.) Übrigens: Haben Sie gewusst, dass Züge so schöne Farben haben?

07.09.2011

Marlies Fricke

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